Acryl- oder Mineralguss-Badewanne?

Bei dem Kauf einer Badewanne wird lange nicht mehr nur auf die Form und das Aussehen geachtet. Gerade das Material spielt inzwischen eine sehr große Rolle und kann das Badeerlebnis stark beeinflussen. In unserem Ratgeber „Acryl- oder Stahl-Email-Badewanne?“ haben wir bereits zwei völlig verschiedene Verbundmaterialien gegenübergestellt. In diesem Ratgeber vergleichen wir ein Leicht- mit einem Schwergewicht: Acryl- oder Mineralguss-Badewanne?

Mineralguss besteht aus einem Gemisch mineralischer Füllstoffe, das kalt als homogene Masse in verschiedene Gießformen vergossen wird. Badewannen aus Mineralguss sind besonders langlebig und robust, da sie an jeder Stelle durch und durch aus dem selben Material bestehen. Obwohl es sich um ein sehr festes Material handelt, lässt es sich sehr gut formen und leicht bearbeiten, so dient es als perfekter Werkstoff für ausgefallene Badewannendesigns. Zudem erlaubt die massive Bauweise sehr dünne Wandungen von ca. 20 mm, wodurch die Außenabmessungen der Wannen kleiner ausfallen und trotzdem jede Menge Platz an Liegefläche vorhanden ist. Von diesem Komfort können sie auch lange zehren, denn Mineralguss-Badewannen haben eine sehr lange Lebensdauer und sind zudem sehr pflegeleicht.

Acryl ist ein unter Hitzeeinwirkung formbarer Kunststoff. Bei ähnlicher Lebensdauer wie Mineralguss sind Acryl-Badewannen allerdings pflegebedürftiger, punkten aber durch ihre leichte Bauweise, wodurch sie besonders für den Altbau geeignet sind. Genau wie Mineralguss verfügt Acryl über eine hohe Flexibilität und lässt sich in jede denkbare Form bringen. Dabei sind sie vor allem bei ausgefallenen oder großen Badewannen, genau wie Mineralguss-Wannen, günstiger als Stahl-Email-Badewannen. 

Durch ihre schwere und solide Ausführung haben Mineralguss-Badewannen ein sehr hohes Eigengewicht von ca. 130-250 kg. Der Transport einer solchen Badewanne sollte also im Voraus gut geplant und mit genug Helfern durchgeführt werden. Am besten sollten enge Treppenhäuser, schmale Durchgänge oder kleine Türen vorher abgemessen werden, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Transporthilfen, wie Tragegurte oder Transportnetze erleichtern die Beförderung enorm. Wegen des hohen Eigengewichts bedürfen diese Wannen keiner weiteren Befestigung am Boden. Verschrauben oder Verkleben wird somit überflüssig.

Acryl ist ein echtes Leichtgewicht und lässt sich so besonders einfach transportieren. Aufgrund des geringen Gewichts werden diese Wannen entweder auf dem Boden verschraubt oder sofern eine Fußbodenheizung verbaut ist, mit Silikonen verklebt.

Mineralguss verfügt über eine sehr niedrige Temperaturleitfähigkeit, was sich natürlich sehr positiv auf ein ausgiebiges heißes Bad auswirkt. Die Mineralguss-Wanne sorgt mit seiner sehr guten isolierenden Wirkung für eine langanhaltende hohe Wassertemperatur und fühlt sich warm an.

Acryl passt sich der Temperatur im Badezimmer an, wodurch sie bequem auf dem Wannenrand Platz nehmen können, ohne einen Kälteschock zu bekommen. Es ist generell ein sehr warmes und isolierendes Material, das Wasser lange warmhält. Der hohe Wellness-Faktor wird zusätzlich durch eine geringe Geräuschkulisse, dank des Verbundwerkstoffs, erhöht.

Mineralguss ist sehr beständig und resistent gegen Kratzer. Sollte es einmal zu einer Bruchstelle oder einem Schaden kommen, lassen sich diese Mängel ganz einfach selbstständig und fast unsichtbar mithilfe von feinem Schleifpapier ausbessern. Durch seine glatte, poren- und fugenfreie Oberfläche bietet Mineralguss keine Angriffsfläche für Schmutz, Bakterien und Keime, weshalb sie sich nur schwer ablagern können. Auch nach jahrelanger täglicher Beanspruchung wird das Material nicht spröde. Gereinigt werden sollten Mineralguss-Badewannen mit handelsüblichen Mitteln, die keine Säure enthalten.

Acryl ist generell pflegebedürftiger als Mineralguss, aber trotzdem noch sehr leicht zu pflegen. Nach einem Bad sollte die Wanne trocken gewischt und ab und an mit milden Hausreinigern fürs Badezimmer geputzt werden. So bleibt ihre Acryl-Wanne frisch und sauber. Scheuerhaltige Reiniger sind allerdings ein No-Go, da sie die Oberfläche zerkratzen können. Sollte es trotzdem einmal zu einem Schaden kommen, lassen sich die Wannen immer wieder aufbereiten, dazu reicht eine Autopolitur, die mit Watte aufgetragen wird. Tiefe Kratzer lassen sich gut mit feinem Schleifpapier ausbessern, anschließend Politur benutzen und fertig!

Mineralguss birgt aus ökologischer Sicht eindeutig Vorteile Acryl gegenüber, da es aus mineralischen Füllstoffen besteht und so sehr einfach recycelt werden kann.

Acryl hingegen muss nach seiner Verwendung in den Sondermüll und ist nicht wiederverwendbar.

Für jeden Kunden findet sich eine passende Wanne bzw. ein passendes Wannenmaterial. Beide Materialien bringen ihre Vor- und Nachteile mit sich und eignen sich unterschiedlich gut für bestimmte Gegebenheiten. Dabei ist der Geschmack und Bedarf des Kunden ausschlaggebend, besser ist hierbei keins. Lassen Sie sich gut beraten und informieren Sie sich, welches Material passend für Sie ist.

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