Acryl- oder Stahl-Email-Badewanne?

Für welches Material soll man sich bei einer neuen Badewanne entscheiden? Zur Auswahl stehen zwei völlig verschiedene Verbundmaterialien, dessen Merkmale sich in einzelnen Punkten sehr unterscheiden.

Der traditionelle Werkstoff Stahl-Email kämpft seit 1990 gegen den relativ „jungen“ Konkurrenten Sanitäracryl. Welche die wesentlichen Unterschiede sind, erfahren Sie im Folgenden.

Acryl ist das leichtere Material, welches sich besonders für den Einbau in einer Altbauwohnung eignet. Der Herstellungsprozess ist gegenüber Stahl-Email schneller und einfacher, dazu ist Acryl beliebig formbar. Hierdurch lässt sich eine Acrylwanne in jede denkbare Form bringen und verfügt über mehr Individualität und Flexibilität. In der Regel lässt sich sagen, dass ausgefallene oder große Badewannen aus Acryl günstiger sind als aus Stahl-Emaille. Bei guter Pflege verfügt eine Acrylwanne über eine Lebensdauer von 30-50 Jahren. 

Stahl-Email ist das schwerere Material, welches über eine besonders massive Bauweise verfügt. Diese Wannen sind besonders langlebig. Bei guter Pflege sind sie sogar über mehrere Generationen einsetzbar. Durch ihre Trägheit sind leider nur begrenzt Formvariationen auf dem Markt zu finden. Eine Wanne aus Stahl-Email hält bei guter Pflege ein Leben lang. 

Acryl lässt sich dank seines geringen Gewichtes leicht transportieren. Eine Acrylwanne benötigt entweder einen  Wannenträger oder ein Fußgestell in Kombination mit Wandschienen - den sogenannten Wannen-Ankern. Ein häufiges Vorurteil gegenüber den Acrylwannen sei Ihre Stabilität. Bei korrekter Montage gibt auch eine dünne Acrylwanne beim Betreten nicht nach und verhält sich geräuscharm.

Stahl-Email ist dank seines relativ hohen Eigengewichts schwerer zu transportieren. Auch der Einbau ist gegenüber der Acrylwanne aufgrund seines Gewichts etwas schwerer. Hier empfiehlt es sich, eine zweite Person zur Hilfe hinzuzuziehen. Neben den robusten Materialeigenschaften von Stahl-Email benötigt diese Badewanne ebenfalls entweder einen Wannenträger oder ein Fußgestell, auch Wannenfüsse genannt. Diese dienen der Wärmeisolierung und dämmen zusätzliche Geräusche ab. Wir von Hardys24 empfehlen grundsätzlich den Einsatz eines Wannenträgers bei Stahl-Emaille Wannen.

Acryl ist ein porenfreier Werkstoff, welcher sich etwas glatter als die Oberfläche Stahl-Email darstellt. Das Risiko, auf dem Boden einer Acrylwanne auszurutschen, ist gering. Auch ist eine Acrylwanne weniger leitfähig als eine Badewanne aus Stahl, wodurch die Gefahr von Unfällen mit Elektrizität im Badezimmer enorm gesenkt wird.

Stahl-Email ist stabiler als Acryl. Gegen das Licht betrachtet, zeigt die emaillierte Oberfläche eine leicht wellige Struktur. Diese ist minimal, trägt jedoch zur erhöhten Trittsicherheit bei. Sie schwingt beim Betreten und ist generell geräuscharm. Leider ist Stahl ein sehr leitfähiges Material, wodurch die Unfallgefahr durch Elektrizität im Badezimmer steigen kann. 

Acryl ist ein sehr warmes Material, welches sich der Temperatur im Badezimmer anpasst. Setzen Sie sich bequem auf den Wannenrand oder legen Sie sich in die noch halb leere Wanne. Sie fühlt sich angenehm warm an, was den Wellness-Faktor erhöht. Acryl ist ein sehr isolierendes Material, welches das Wasser lange warmhält, zudem ist die Geräuschkulisse durch den Verbundwerksstoff relativ gering. 

Stahl-Email ist dagegen ein relativ kaltes Material, setzen Sie sich einmal auf den Rand, benötigt dieser erst seine Zeit um angenehm warm zu werden. Allerdings nimmt die Wanne schnell die Temperatur des Wasser an. Ist eine angenehme Grundtemperatur erreicht, bleibt diese je nach Isolierung auch lange erhalten. Beim Einsatz der Stahl-Badewanne empfehlen wir immer den Einsatz eines Wannenträgers. Dieser trägt im hohem Maß zur Isolation des Wassers bei.

Acryl benötigt relativ wenig Pflege. Nach dem Baden einfach trocken wischen und gelegentlich mit milden Haushaltsreinigern für das Badezimmer putzen, um sie frisch und sauber zu halten. Bei einer Acrylwanne dürfen Sie keine scheuerhaltigen Reiniger einsetzen, da Sie ansonsten die Oberfläche zerkratzen. Denken Sie bei der Auswahl des Reinigers einfach an Ihren Auto-Lack. Alles was Sie nicht auf den Lack bringen würden, setzen Sie auch nicht bei der Acrylwanne ein. Und wenn es doch einmal passiert ist? Kein Problem! Acryl-Badewannen lassen sich bei falscher Behandlung oder Schäden durch stumpfe Oberflächen, wie Kratzern oder Riefen immer wieder aufbereiten. Verwenden Sie Autopolitur und Watte. Auch nach Jahrzehnten des Gebrauchs kann eine Badewanne aus Sanitäracryl wieder aufbereitet werden, als wäre Sie eben erst eingebaut worden. Selbst tiefe Kratzer stellen bei guten Acrylwannen kein Problem dar. Mit feinem Schleifpaper die Stelle aufarbeiten, anschließend mit Politur bearbeiten – fertig. 

Stahl-Email ist ebenso pflegeleicht. Ein einfaches Nachwischen der Badewanne nach der Benutzung reicht hier schon aus, um den größten Schmutz fern zu halten. Stahl-Email ist allerdings komplett porendicht versiegelt, wodurch die Wanne resistent gegenüber Bakterien wird.

Feedback von Kunden hat häufig gezeigt, dass man in einer Acrylwanne "weicher" läge, als in einer aus Stahl-Email. Überzeugen Sie sich am besten selbst!

Acryl ist relativ unempfindlich gegenüber Stößen und Dellen. Dafür zerkratzt das Material schnell, wenn man den falschen Reiniger einsetzt. Hier kann aber mit einem Nass-Schleifpapier schnell und einfach Abhilfe verschafft werden.

Stahl-Email ist unempfindlich gegenüber Kratzer und Schrammen. Dafür ist das Material gegenüber Stößen, speziell mit spitzen Gegenständen anfällig und lässt sich nicht so einfach ausbessern wie Acryl. Bei einem Schadensfall lässt sich das Material lediglich mit Remaile, einer flüssigen Kalt-Emaille, ausbessern. Dies sollte äußert sorgsam und großflächig geschehen, um zu verhindern, dass Wasser unter die Emaille kommt und der Rost wandert.

Acryl muss nach seiner Verwendung leider in den Sondermüll und kann nicht wiederverwendet werden.

Stahl-Email ist umweltfreundlicher und kann nach seiner Benutzung eingeschmolzen und wiederverwendet werden.  

Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile, dass eindeutig bessere Produkt gibt es in diesem Fall nicht. Lassen Sie sich über Ihr Wunschprodukt genau beraten, letztendlich entscheidet Ihr Geschmack. Einen „echten“ Gewinner zu erkoren wäre falsch, da jede Wannenart seinen eigenen Kundenkreis hat.

Für Unentschlosse gibt es eine Mischvariante. Hier ist die Badewanne aus Stahl-Email mit einer Acrylschicht überzogen. Dieses Modell bietet die Vorteile beider Materialien, sie ist stabil und langlebig durch das Stahl-Email und verfügt dabei über die Wärme und Rutschfestigkeit von Acryl.

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